Billiger als Öl und Gas?Von Elisabeth Meyer |
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Bokholt-Hanredder. Die Planungen für die Fernwärmeversorgung in Bokholt-Hanredder (wir berichteten) nehmen Gestalt an. "Wir haben von den Stadtwerken Flensburg eine Kostenaufstellung bekommen und werden jetzt in Ruhe überlegen, ob sich das für uns lohnt", erklärte Bürgermeister Wolfgang Mohr gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Die Stadtwerke Flensburg sind am Biomassekontor Schleswig-Holstein beteiligt, das in Bokholt-Hanredder ansässig ist und die Fernwärme liefern würde. Zwar sei Fernwärme anfangs nicht unbedingt günstiger als Öl oder Gas, so Mohr. "Aber auf lange Sicht ist die Preis-Konstanz höher, weil Öl und Gas gewaltigen Schwankungen unterliegen." Nach Berechnungen von Hermann Maaß-Hell, Geschäftsführer des Biomassekontors, würde die Gemeinde nach jetzigem Stand gegenüber Öl- und Gas sogar 5000 von derzeit etwa 70000 Euro Energiekosten pro Jahr sparen. "Außerdem versuchen wir, Fördermittel einzuwerben, was die Kosten nochmals senken würde." Das Biomasseheizwerk soll außer Wärme auch Strom erzeugen. Diese so genannte Kraft-Wärme-Kopplung wird vom Bund gefördert. Dass Fernwärme hohe Anfangskosten verursache, weil neue Leitungen verlegt werden müssten, räumt Maaß-Hell ein. "Die Kosten wollen wir durch Quersubventionierungen innerhalb unseres Betriebes senken." Er ist überzeugt, dass sich die Fernwärme über kurz oder lang durchsetzen wird. "Für einzelne Haushalte lohnt es sich nicht. Aber wenn sich ein paar Leute in einer Siedlung dafür entscheiden, ziehen erfahrungsgemäß andere nach." Für die Belieferung mit Fernwärme käme laut Maaß-Hell auch der Ortsteil Voßloch in Frage. Die Hausbesitzer aus dem dortigen Neubaugebiet müssten sich jedoch keine Sorgen machen, dass sie ihre neuen Heizkessel austauschen müssten, sagt Maaß-Hell. "Wir werden nicht nach der Holzhammer-Methode vorgehen." Sofern sich die Gemeinde für die Fernwärme entscheide, sollten zunächst die gemeindeeigenen Gebäude und die umliegenden Häuser beliefert werden, so Maaß-Hell. Deren Eigentümer hätten bereits Zustimmung signalisiert. "Wir legen Leitungen entlang der Hauptwege. Später kann man von dort bei Bedarf Stichleitungen legen." Von übereilten Aktionen hält auch Mohr nichts: "Erst müssen wir die Erfahrungen im Gemeindezentrum abwarten." Und davor die Grundsatzentscheidung der Gemeindevertreter.
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