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Amt Rantzau muss nicht fusionieren 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Barmstedter Zeitung - am 6. November 2006

Amt Rantzau muss nicht fusionieren

Von Helga Pergande

Der Gau ist ausgeblieben: Das Amt Rantzau muss sich nicht nach einem Fusionspartner umsehen. Bilsen bleibt im Amtsbezirk, dessen Einwohnerzahl liegt damit höher als 8000 und über der Grenze, ab der die Landesregierung Fusionen vorschreibt. 58 Prozent der 370 Bilsener, die am Sonntag ihre Stimme abgaben, sprachen sich dafür aus, weiterhin vom Amt verwaltet zu werden. Damit ist die – vor allem von der örtlichen CDU und Bürgermeister Rainer Ute Harms betriebene – Kooperation mit der Stadtverwaltung Quickborn geplatzt. Das Argument der damit verbundenen Kostenreduzierung hat die Mehrheit der Wähler offenbar nicht überzeugt.

Amtsvorsteher Willi Hachmann (von links), Amtsleiter Heinz Brandt, Ordnungsamtsleiter Rainer Schattauer und Bilsens Bürgermeister Rainer Ute Harms fanden sich vor der Auszählung im Dörpshuus ein

Amtsvorsteher Willi Hachmann (von links), Amtsleiter Heinz Brandt, Ordnungsamtsleiter Rainer Schattauer und Bilsens Bürgermeister Rainer Ute Harms fanden sich vor der Auszählung im Dörpshuus ein.

Der Bilsener Achim Bestmann (33) wollte mit seinem Votum für Quickborn seiner Heimatgemeinde helfen, Geld zu sparen. Andere waren skeptisch. "Wissen wir, ob die finanziellen Vorteile wirklich bleiben, oder ob noch Kosten dazu gerechnet werden müssen?" fragte Michael Lüth. Außerdem sei die Verwaltung in Barmstedt "so, wie wir sie uns wünschen – familiär". Die persönliche Atmosphäre ist auch Familie Hein wichtiger als längere Öffnungszeiten – worauf hingegen Sylvia Mader Wert legt. "Das Quickborner Rathaus hat kundenfreundlichere Öffnungszeiten", begründete die 36-Jährige ihre Entscheidung für die Nachbarstadt. "Dort erledige ich die Einkäufe, und meine Kinder gehen dort zur Schule." Auch Julia Krüger (29) zieht es mehr zur Eulenstadt. "Ich arbeite dort", so ihre Erklärung.

Mit dem Vorrücken der Zeiger der Wanduhr stieg die Spannung im Wahllokal im Dörpshuus. Um Punkt 18 Uhr begannen die überwiegend jungen Wahlhelfer, die Stimmzettel auszuzählen. Etwa 20 Minuten nach Beginn der Auszählung stand das eindeutige Ergebnis fest: 215 Stimmen für den Verbleib im Amt, 154 Stimmen für Quickborn, eine ungültige Stimme. Die Erleichterung war den inzwischen eingetroffenen Amtsoberen anzusehen. Der Leitende Verwaltungsbeamte Heinz Brandt verhehlte seine Freude nicht. "Das ist ein schönes Ergebnis. Es wäre traurig, wenn die Gemeinde nach 58 gemeinsamen Jahren ausgeschieden wäre", sagte er – und räumte nach kurzer Pause ein: "Wir wären ganz schön in Zugzwang geraten, wenn Bilsen weggebrochen wäre." Amtsleiter Willi Hachmann lächelte ebenso gelöst. "Mein Bauchgefühl hat mich nicht getäuscht." Das Amt müsse nun nicht unter Druck fusionieren, sondern könne sich weitere Schritte in Ruhe überlegen.

Harms verdaute das Resultat nach eigenen Angaben entspannt und emotionslos: "Das Ergebnis werden wir wie versprochen akzeptieren, der Bürgerwille zählt." So sieht es auch die CDU-Vorsitzende Christel Schwan. Sie bedauerte, dass die Gemeinde nicht wie erhofft Geld sparen werde.

Thies Thießen, Vorsitzender des Bürger-Forums Bilsen (BFB), dagegen freute sich. Seine Partei hatte der Berechnung der finanziellen Vorteile skeptisch gegenübergestanden. "Wir können außerdem das Amt Rantzau nicht im Stich lassen." Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) fand das Ergebnis "schade. Stadt und Gemeinde hätten gleichermaßen von reduzierten Verwaltungskosten profitiert."

 

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