Da staunte selbst Ballack BauklötzeVon Heiko Krohn und Christian Brameshuber |
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„Das hätte selbst Cindy Crawford nicht geschafft, mich so nervös zu machen.“ Nicht nur Thomas Gottschalk stockte der Atem. Die Besucher in der Ostseehalle in Kiel und fast 13 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen drückten Stefan Olschewski aus Barmstedt und Marc Schirmer aus Bokholt-Hanredder ganz fest die Daumen. Die erste Frage geschoben, die zweite falsch beantwortet, die dritte wieder geschoben. Für den 26-jährigen Olschweski und den 25 Jahre alten Schirmer sah am Anfang ihres Wetten dass..?-Unternehmens alles nach einem klassischen Desaster aus. Die 161 Tore, die während der Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea gefallen waren, wollten die Kreis Pinneberger am Jubel im Stadion erkennen, der nur 20 Sekunden eingeblendet wurde. Von sechs Spielen mussten sie fünf richtig benennen. Unglaublich, dachte wohl auch Wettpate Michael Ballack. Der Fußball-Nationalspieler setzte gegen Olschweski und Schirmer - und verlor. Denn die beiden Verteidiger des SSV Rantzau blieben trotz der ersten Rückschläge ganz cool. Das Scheinwerferlicht, die Zuschauer, die Promis auf Gottschalks berühmter Couch, das alles ließ sie scheinbar völlig kalt. Der vierte Torjubel brachte die Wende. Präzise wie ein Uhrwerk nannten die Fußballexperten fortan die Spielpaarungen, die Spielminuten und die Torschützen. Ein Raunen ging durch die Halle, immer stärkerer Beifall brandete auf. Als sie die fünfte Paarung richtig genannt hatten, sprangen die beiden vor Freude in die Luft klatschten sich mit Thomas Gottschalk ab - gewonnen. „Eine hochdramatische Angelegenheit“, sagte der „Wetten-Dass“-Moderator, der vor lauter Aufregung beinahe ein falsches Videoband eingelegt hätte. Die aufmerksamen Besucher in der Ostseehalle verhinderten aber Schlimmeres. Olschewski und Schirmer mussten noch zirka 35 Minuten warten. Würden sie an diesem Abend auch noch Wettkönige werden? Das Publikum entschied per TED anders, kürte den Österreicher Alfred Weber zum Sieger. Die Kreis-Pinneberger landeten knapp geschlagen auf Platz zwei. Die Belohnung für diese außergewöhnliche Wette und den grandiosen Auftritt: 4000 Euro. Schon seit Jahren träumte Olschewski davon, als Kandidat bei „Wetten, dass..?“ auftreten zu dürfen. Während der Weltmeisterschaft entstand die Idee zur Tor-Wette. Sportkollege Schirmer ließ sich sofort dafür begeistern. Per Internet bewarben sich die beiden beim ZDF. Olschewski, der als freiberuflicher Sportreporter für die Barmstedter Zeitung gearbeitet hatte, musste lange warten, bis er endlich die ersehnte Antwort bekam. „Nach jeder Sendung werden dem ZDF 1500 bis 2000 Wetten angeboten“, zeigte er Verständnis für die lange Bearbeitungszeit. Nachdem es amtlich geworden war, dass Olschewski und Schirmer an der Sendung teilnehmen durften, begann das anstrengende „Trainingslager“. Wieder und immer wieder schauten sie sich zunächst die Aufzeichnungen der Spiele an, hörten anschließend nur noch auf den mal lauten, mal leisen Torjubel. „Bei den schwierigen Sachen bis zu 120 Mal“, verriet Schirmer. Damit ist Schluss. Mit den 4000 Euro im Gepäck machen die Wettexperten im November Urlaub auf Gran Canaria. |
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