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Barmstedter Zeitung - am 15. November 2006

"Wir ziehen mal den Kopf ein"

Von Alwin Schröder

Barmstedt. Euphorie machte sich breit unter Barmstedts Stadtvertretern. CDU-Fraktionschef Wolfgang Johannsen sprach gar von einem "politischen Highlight", einer "zukunftsweisenden Entscheidung". Anlass für die Freude war die von der Mehrheit des Gremiums beschlossene Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft mit dem Amt Hörnerkirchen. Da auch der parallel tagende Amtsausschuss zustimmte, unterzeichneten bereits gestern Abend Bürgermeister Nils Hammermann und Amtsvorsteher Harry Unger im Rathaus den "Ehevertrag". Die Verwaltungsgemeinschaft beginnt am 1.Januar 2008. Der Vertrag gilt zunächst zehn Jahre.

Bürgermeister Nils Hammermann (links) überreichte Amtsvorsteher Harry Unger eine

Bürgermeister Nils Hammermann (links) überreichte Amtsvorsteher Harry Unger eine "Hochzeitstorte", verziert mit dem Wappen von Stadt und Gemeinden".

Doch die Zufriedenheit der großen Parteien wurde nicht nur durch die Ablehnung des Zusammenschlusses seitens der beiden BALL-Vertreter, die einen Arbeitsplatzabbau und weniger Bürgernähe befürchten, getrübt. Auch in den Reihen von FWB, CDU und SPD offenbarte sich Uneinigkeit – über die Einschätzung der Rolle des Amts Rantzau. Das hatte sich, wie berichtet, sowohl einem Zusammenschluss mit der Stadt als auch mit Hörnerkirchen widersetzt.

Johannsen betonte zunächst versöhnlich, auch das Amt Rantzau solle sich der Gemeinschaft anschließen: "Das wollen alle Beteiligten." Sein SPD-Amtskollege Heinz Brabandt hingegen schlug kritischere Töne an: Das Amt habe die Notwendigkeit zur Konzentration nicht erkannt und stelle sich "einer Lawine" entgegen, gemäß dem Motto: "Wir ziehen mal den Kopf ein, dann erwischt sie uns nicht."

Dr. Günther Thiel (BALL) hingegen warf Verwaltung und politischer Mehrheit vor: "Der Umgang mit dem Amt Rantzau war nicht in Ordnung." Die Stadt versuche, das Amt unter Druck zu setzen.

Der FWB-Fraktionsvorsitzende Michael Schönfelder betonte, Barmstedt müsse die Argumente des Amts Rantzau respektieren. Die Stadt und beide Ämter hätten sich in den Verhandlungen jedoch stets fair verhalten und die jeweils anderen umfassend informiert.

 

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