SPD fordert Rücktritt von Uwe SkerswetatVon Heiko Krohn |
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Bokholt-Hanredder. Die SPD in Bokholt-Hanredder fordert den Rücktritt des Ersten stellvertretenden Bürgermeisters Uwe Skerswetat. Der in der Gemeinde als Immobilienmakler tätige Kommunalpolitiker, der auch dem Bauausschuss angehört, habe sich in der Gemeindevertretung für die Ausweisung einer Wohnungsbaufläche südlich der Hauptstraße im Ortsteil Voßloch eingesetzt. Im Rahmen der Einwohnerfragestunde während der jüngsten Sitzung am Mittwochabend im Restaurant „Bürgerhaus" habe er jedoch zugegeben, als Makler für den Verkäufer dieser Fläche tätig zu sein. Bislang habe das Gebiet zu einer Baumschule gehört. Im nichtöffentlichen Teil habe die Gemeindevertretung dann beschlossen, die etwa 9000 Quadratmeter große Fläche zu erwerben. Die Sozialdemokraten schließen die Befangenheit Skerswetats, der der Spitzenkandidat der Freien Wählergemeinschaft ist, nicht aus. „Er befindet sich in einem Interessenskonflikt. Wenn er als Makler im Ort Geld verdienen will, muss er sich aus den Entscheidungen der Gemeinde über Bauvorhaben heraushalten - sonst liegt der Filz faustdick", meint Wulf Brinkmann in einer gestern Mittag der BZ zugesandten Pressemitteilung. Der SPD-Spitzenkandidat weiter: „Wer die Interessen eines Immobilienveräußerers vertritt, kann in dieser Sache nicht als Gemeindevertreter für das Gemeinwohl eintreten. Die Sache ist politisch unhygienisch. Herr Skerswetat sollte sein Mandat niederlegen und auf seine Spitzenkandidatur für die Freie Wählergemeinschaft in Bokholt-Hanredder verzichten." Skerswetats Antwort darauf ist eindeutig: „Das kann sich die SPD abschminken." Auf Anfrage der BZ sagte er gestern weiter: „Ich gebe nicht meinen Beruf auf, um ehrenamtlich tätig zu sein." Die Reaktion der SPD sei für ihn „ärgerlich", und es komme dadurch „ein Haufen Arbeit" auf ihn zu. „Das ist für mich alles völlig unverständlich", so Skerswetat. Er erhob schwere Vorwürfe gegen Brinkmann: „Das ist die übliche Dreckschleuderei, die er vor Wahlen immer beginnt. Mangels sachlicher Argumente fängt er damit an." Bereits vor der vergangenen Kommunalwahl habe Brinkmann den damaligen Bürgermeister, Karl-Heinz Rühe, „madig gemacht". Skerswetat: „Wir kennen diese Machenschaften." Er fragte: „Wir waren am Mittwoch alle zusammen. Warum hat Brinkmann da nichts gesagt?" Skerswetat hatte nach eigenen Angaben den Sitzungssaal verlassen wollen, als es im öffentlichen Teil um die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans gegangen sei. Jedoch sei er von den übrigen Gemeindevertretern „zurückgepfiffen" worden. Im nichtöffentlichen Teil habe er den Saal dann jedoch verlassen. Skerswetat berichtete, er habe die Amtsverwaltung angewiesen, die Angelegenheit zu untersuchen. Ihm sei gesagt worden, wenn ein Fehler begangen worden sein sollte, dann vom Gemeinderat. Bürgermeister Wolfgang Mohr (CDU) wies gestern im Gespräch mit der BZ die Forderung der SPD zurück. Er sehe zu einem Rücktritt seines Ersten Stellvertreters „keine Veranlassung": „Man kann zwar den Eindruck haben, als hätte sich Skerswetat Vorteile verschafft. Dann muss man das aber auch beweisen können." Das Gemeindeoberhaupt lobte sogar Skerswetats Einsatz: „Durch sein Verhalten hat er der Gemeinde geholfen, denn sie ist dadurch an eine sehr gut gelegene Fläche herankommen, die uns sogar vom Land empfohlen worden war."
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