Ellerhoop doch kein Forschungs-Zentrum?Von Thomas Klink |
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Ellerhoop/Hamburg.. "Wir fühlen uns schon fast als Ellerhooper", lautete die erste Stellungnahme von Petra Folkerts, Pressesprecherin des Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg, als das Bundesministerium für Bildung und Forschung blass-grünes Licht für den geplanten Röntgenlaser gegeben hatte. Ja, wenn 50 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 684 Millionen Euro von europäischen Partnerländern übernommen werden. Zwei Jahre hat DESY Zeit, die Finanzierung in trockene Tücher zu hüllen. Dann will das Ministerium eine konkrete Bauentscheidung fällen. Also muss DESY die Verhandlungen aufnehmen. Im Gespräch sind Großbritannien, Frankreich, Italien, die Schweiz und mehrere osteuropäische Länder. |
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Sollte nach Ellerhoop: Im „Undulator“, einer Anordnung mit vielen Magneten, entsteht kurzwelliges Laserlicht. Foto: DESY |
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So weit war die Nachricht demnach gut für DESY. Allerdings gab es einen Dämpfer für das weitaus größere und mit 3,45 Milliarden Euro teurere Projekt TESLA. 33 Kilometer lang unter der Erde sollte der Beschleuniger-Tunnel durch den Kreis Pinneberg führen. Elektronen sollten vom DESY-Forschungsgelände in Hamburg und von Westerhorn aus auf den Weg gebracht werden. In der Mitte des Tunnels wären sie aufeinander getroffen. Diese Mitte lag in Ellerhoop und begründete damit die Planungen für ein riesiges Forschungszentrum, einschließlich des Röntgenlasers und eines separaten, vier Kilometer langen Tunnels, der bis nach Borstel-Hohenraden reichte. Doch die TESLA-Träume verpufften - vorerst. Das Forschungsministerium verordnete eine Denkpause, forderte, internationale Entwicklungen abzuwarten. Der Standort Ellerhoop geriet anscheinend dennoch nicht in Gefahr. Beruhigend schien, dass der Röntgenlaser auch ohne TESLA gebaut werden kann. Darauf verwies Folkerts. Auch wenn das Planfeststellungsverfahren zunächst gestoppt werde - ursprünglich sollte es bereits Ostern auf den Weg gebracht werden -, bedeutet dies nicht das Aus für den Standort Ellerhoop. Das sah ihr Chef Professor Dr. Albrecht Wagner, Vorsitzender des DESY-Direktoriums, etwas anders. Einer Hamburger Tageszeitung sagte er, dass die Standortfrage neu überdacht werde. Der TESLA-Staatsvertrag zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein habe das Gesamtprojekt zur Grundlage gehabt. Eine Teilung sei nicht vorgesehen gewesen. Nun müssen die Wissenschafts- und Forschungsfreunde im Kreis Pinneberg also doch zittern. Röntgenlaser in Ellerhoop ja oder nein? Diese Frage mag Folkerts derzeit nicht beantworten. „Wir halten an den bekannten Planungen fest“, sagt die Pressesprecherin. Allerdings macht sie Einschränkungen: Eine Expertengruppe analysiere derzeit die neu entstandene Situation und berate auch die Standortfrage. Wann ein Ergebnis vorliege, vermochte Folkerts nicht zu sagen. Allerdings: Die Zeit drängt. Denn die Zwei-Jahres-Frist bis zur endgültigen Entscheidung des Bundesministeriums sitzt den DESY-Forschern im Nacken.
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