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Von Peter Schweinberger In der 1650-Seelen-Gemeinde Brande-Hörnerkirchen, aus der der arbeits- und inzwischen wohnungslose Dirk A. stammt, gilt der 42-Jährige nicht nur wegen seiner Irokesen-Frisur als Paradiesvogel. Gestern, als er um 14 Uhr von der Staatsanwaltschaft und der Mordkommission in Itzehoe dem Amtsrichter vorgeführt wurde, blickten die stechenden, blauen Augen wirr durch die Gegend. Einem der dort wartenden Fotografen trat der völlig unbeherrschte Mann in den Hintern. Der Richter erließ einen Unterbringungsbeschluss. Dirk A., der - wie berichtet - am Dienstag gegen 14.30 Uhr in Bokholt-Hanredder ein etwa 30 Zentimeter langes Beil von der Brücke auf die Autobahn 23 in einen Pkw geschleudert haben soll, sitzt jetzt in der geschlossenen Psychiatrie.
Nur wenige Zentimeter neben dem Kopf des Fahrers aus Halstenbek durchschlug die scharfe Klinge des 30 Zentimeter langen Beils die Windschutzscheibe des Hyundai Grandeur. Laut Polizei verweigerte der 42-Jährige während der stundenlangen Verhöre vor der Mordkommission alle Aussagen zum Tatvorwurf. So blieb bisher auch das Motiv für den versuchten Mord, dem ein 65 Jahre alter Hyundai-Fahrer aus Halstenbek nur knapp entging, im Dunkeln. Dieser hatte allein in seinem blauen Grandeur gesessen, als das kiloschwere Beil unmittelbar neben seinem Kopf die Windschutzscheibe durchschlug und im Fußraum der Beifahrerseite landete. Der Mann, der nach 150 Metern seinen Wagen sicher auf dem Seitenstreifen zum Stehen brachte, alarmierte per Handy die Polizei. Der Hal stenbeker blieb unverletzt.
Von der Offenau-Brücke wurde das Beil auf die Autobahn 23 geschleudert. Fotos (2): Schweinberger Dass Dirk A. so schnell gefasst werden konnte, ist einer 17-jährigen Barmstedterin zu verdanken. Nach der Arbeit radelte sie gerade über die Autobahn-Brücke in Richtung Heimat, als der 42-Jährige dort etwas über die Brüstung warf. Da sie den Mordversuch jedoch nicht unmittelbar bemerkt hatte, fuhr sie noch einige Kilometer weiter zur Barmstedter Polizeiwache, um dort eine halbe Stunde später den Vorfall anzuzeigen. Sie konnte den Täter so genau beschreiben, dass sich ein Beamter erinnerte, den Mann erst einige Minuten zuvor überprüft zu haben, weil dieser mit einem gestohlenen Fahrrad unterwegs gewesen war. Nach Sicherstellung des Drahtesels und der Aufnahme seiner Personalien hatte Dirk A. zunächst seinen Weg zu Fuß fortsetzen dürfen. Im Rahmen der Großfahndung entdeckte dann gegen 15.30 Uhr eine Streifenwagen-Besatzung aus Barmstedt den gesuchten Fußgänger in Klein Offenseth-Sparrieshoop. Die Beamten nahmen den 42-Jährigen fest und übergaben ihn den Kollegen der Itzehoer Mordkommission.
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