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Von Claus-Peter Jessen
Erst vor zwei Wochen wurde in Bullenkuhlen die jüngste Dorfchronik der Gemeinden im Amtsbezirk Rantzau der Öffentlichkeit vorgestellt. Damit verfügen neun von zehn Dörfern des rund 8500 Einwohner zählenden Verwaltungsbezirks rund um Barmstedt über ein Dokument ihrer Geschichte.
Die Bullenkuhlener haben in einer Gemeinschaftsaktion gezeigt, wie arbeitsintensiv die Erstellung einer Chronik ist - ihr mehrere Hundert Seiten starkes Werk ist nach knapp zehn Jahren mühsamer Spurensuche fertiggestellt worden. Der Aufwand hat sich scheinbar gelohnt: Die Erstauflage von 120 Stück ist so gut wie vergriffen. Neuauflagen sind in Planung. Als einziges Dorf im Amt Rantzau verfügt Barmstedts Nachbargemeinde Heede über keine Dorfchronik. Nach Aussage von Heedes Bürgermeister Reimer Offermann ist eine solche allerdings in Vorbereitung. Das Dorfoberhaupt und Heeder Bürger sammeln schon seit einiger Zeit Material.

Als einziges Dorf im Amtsbezirk Rantzau ohne Dorfchronik: Barmstedts Nachbargemeinde Heede. Nach Aussage des Bürgermeisters Reimer Offermann wird allerdings bereits dafür Material gesammelt. Fotos (2): Jessen
Als erstes Dorf im Amtsbezirk veröffentlichte 1989 Bokholt-Hanredder eine Dorfchronik. Der damalige Bürgermeister Hartmut Pagenkopf und Doris Lefenau-Ziegenhagen waren die treibenden Kräfte. Die Sammlung von lokalhistorischen Daten für eine Chronik ist jedoch zumeist eine Gemeinschaftsleistung von zahlreichen Bürgern. 1992 stellte Lutzhorns Ex-Bürgermeister Werner Kock die Chronik - zusammengestellt von Helmut Trede aus Bokel - vor.

Arne Zentner betreut die Dorfchronisten während ihrer Arbeit.
Ende 1992 folgte Langeln mit der Dokumentierung von Hermann Kühl und den Verfassern Siegfried Huppers und Siegfried Hannemann sowie Ellerhoop mit einer Dorfchronik als Doktorarbeit von Dr. phil. Carsten Obst. Für Bilsen existieren zwei Bände (1988 und 1994), verantwortlich dafür waren Marianne Bornholdt und Bürgermeister Reiner Ute Harms.
In Bevern legte Gemeindechronist Carl Johannes Wichmann 1999 eine Dorfchronik vor. Im gleichen Jahr veröffentliche Hemdingens Dorfchronist Dr. Heino Bredehorn seine Arbeit. Im Jahr darauf folgte Groß Offenseth-Aspern mit einer geschichtlichen Sammlung von Adolf Hell und Irene Schmidt.
Im Amtsgebäude des Verwaltungsbezirks in Barmstedt, Chemnitzstraße 30, sind die Dorfchroniken in einem Schaukasten ausgestellt. "Herr der Chroniken" ist Arne Zentner, Verwaltungsfachangestellter beim Amt Rantzau. Der 37-Jährige betreut die Dorfchronisten während ihrer Arbeit und sorgt für die verwaltungstechnische Abwicklung der Chroniken. Diese haben einen Seitenumfang von 200 bis etwa 600 Seiten.
Das Interesse an der regionalen Geschichte erklären viele Historiker nicht zuletzt damit, dass die Menschen in einer global vernetzten Welt auf der Suche nach eigener Identität sind.
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