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Von Siegfried Schilling Die Schullandschaft verändert sich, zurückgehende Schülerzahlen führen in vielen kleinen Kommunen zur Schließung von Schulen. Eine Möglichkeit, auf diese Entwicklung zu reagieren, ist die Kooperation von Schulen - wie die angestrebte zwischen der Barmstedter James-Krüss-Schule und der Grundschule Bokholt-Hanredder. Deren letzter Schulleiter, Walter Rathmann, wurde vor den Herbstferien in den Ruhestand verabschiedet. Wegen der Pensionierung hatte das Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein in Abstimmung mit dem Schulamt des Kreises Pinneberg im Vorwege festgelegt, die Stelle dort aufgrund der Mindestgrößenverordnung nicht wieder zu besetzen, da die geforderte Mindestanzahl von 80 Schülern in Kürze nicht mehr erreicht wird. Daher wurde die Möglichkeit einer Außenstellenregelung mit der Stadt Barmstedt als Schulträger unter der Leitung der Rektorin der James-Krüss-Schule, Christa Feldmann, vorgeschlagen.
Mehr Aufgaben, mehr Verantwortung: Schulleiterin Christa Feldmann. Die Stadtvertretung Barmstedt hat während ihrer jüngsten Sitzung einstimmig für den Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrags über eine Kooperation der beiden betroffenen Schulen votiert. Jetzt liegt es am Kommunalparlament der Nachbargemeinde, darüber zu befinden. Diese hatte einen Beschluss dazu zurückgestellt, um im Zuge von Nachverhandlungen insbesondere beim Punkt "Schulkostenbeiträge" möglicherweise noch eine Änderung herbeizuführen. Bereits während der Sitzung des Schul-, Sport- und Kulturausschusses der Stadt Ende November, der auch Bokholts Bürgermeister Renke Eschner beiwohnte, ging es darum. Dieser legte seine Auffassung dar, dass grundsätzlich Schulkostenbeiträge berechnet werden, da ja auch die Kosten für die Schüler an den jeweiligen Schulen anfallen.
Die Grundschule Bokholt-Hanredder ist ein Teil des Gemeindezentrums. Fotos (2): Schilling Zurzeit sind sieben Kinder aus Barmstedt in der Bokholter Grundschule untergebracht, vier aus der Gemeinde in Barmstedter Grundschulen. Der Schulkostenbeitrag 2008 beträgt 1054 Euro. Nach eingehender Diskussion wurde dann einvernehmlich auf Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Michael Schönfelder folgende Änderung festgelegt: Erfolgt eine Zuweisung beziehungsweise Austausch von Schülern innerhalb der beiden Schulstandorte, werden Schulkostenbeiträge nur berechnet, wenn diese Maßnahme aufgrund des Elternwillens erfolgt ist. Sollten also schulische Maßnahmen erfolgen müssen, die eine Umschulung notwendig machen sollten, erfolgt keine Berechnung. Dabei ist es geblieben. Wie Schönfelder während eines Gesprächs mit der Barmstedter Zeitung erläuterte, ist der von der Verwaltung in Abstimmung mit dem Schulrat erarbeitete Vertrag einmalig. "Dies ist der erste seiner Art in Schleswig-Holstein. Wir konnten auf kein Muster zurückgreifen." Der Ausschussvorsitzende unterstrich, dass es bei allen Gesprächen und Verhandlungen immer darum gegangen sei, die Schule in Bokholt zu erhalten. Die Schule ist Teil des Gemeindezentrums. In der Mehrzweckhalle findet der Sportunterricht statt, und es werden größere Feierlichkeiten (Einschulung, Weihnachtsfeier, Theateraufführung) durchgeführt. Der zugehörige Sportplatz mit Kleinspielfeld und Sprunganlage wird ebenfalls unterrichtlich genutzt. Dort finden auch Laufwettbewerbe und Bundesjugendspiele statt. Vier feste Lehrer sowie drei Kolleginnen aus der James-Krüss-Schule betreuen zurzeit etwa 80 Schüler in vier Klassen der "Verlässlichen Grundschule". Die Schüler stammen überwiegend aus der Gemeinde und besuchen nach den Grundschuljahren die weiterführenden Schulen in Barmstedt und Elmshorn. Die Verlässlichkeit garantiert feste Schulanfangs- und -endzeiten, auf die sich Schüler und Eltern verlassen können. Freiwillig können die Schüler in der Betreuten Grundschule über die normale Unterrichtszeit hinaus betreut werden.
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