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Von Helga Pergande BOKHOLT-HANREDDER. Natur- und Artenschutz ganzheitlich und großflächig betrachten und betreiben, darauf legen die Jäger im Kreis Pinneberg wert. Sie stellen klar: Die Jagd besteht, wie vielleicht irrtümlich angenommen, nicht nur im Erlegen von Wildtieren. Dieses nimmt nur den geringsten Teil der Arbeit ein. Das erlernen die Anwärter auf einen Jagdschein bereits in ihrer Ausbildung, wie Förster Markus Musser aus Heede und Forstdirektor im Ruhestand, Hans-Albrecht Hewicker aus Bokholt-Hanredder erläuterten, als sie das neue Domizil vorstellten, in dem künftig die Jungjägerseminare ausgerichtet werden.
Hans-Albrecht Hewicker (links) und Markus Musser sind froh, passende Räumlichkeiten für die Jungjägerausbildung gefunden zu haben. Das Restaurant 'Bürgerhaus' in der Hauptstraße 85 ist von den Räumlichkeiten und der Anbindung an den Schienenverkehr bestens geeignet", freute sich Musser. Auch die Bereitschaft der Pächterin Insa Schaa sei nicht zu unterschätzen. "Außerdem bietet sich die großzügige Fläche rundherum und der nahe Wald für praktische Exkursionen an", ergänzte Hewicker. Die neunmonatige Jungjägerausbildung fand seit 1990 im Landhaus in Groß Offenseth-Aspern statt. Das Restaurant wurde jedoch vor kurzem geschlossen. Jetzt stehen die beiden großen Glasschränke mit den ausgestopften Tieren im Konferenzraum. Am Lehrplan an sich ändert sich deshalb nichts. Die Seminarleitung obliegt Musser, Hewicker und Studiendirektor Thomas Hagemann aus Quickborn. Insgesamt stehen 14 erfahrene ehrenamtliche Ausbilder bereit: Behördenvertreter, Förster, Biologen, Tierarzt, Polizei, Lehrer, Schießausbilder, Jagdpraktiker. "Die Ausbildung ist komplex und vielseitig und wird nicht umsonst das grüne Abitur genannt", so Musser. Jeweils montags und mittwochs von 19.30 bis 22 Uhr treffen sich die Teilnehmer ab 15 Jahren. Erfahrungsgemäß bilden sich Lerngruppen, die sich auch regelmäßig treffen. Geselligkeit wird außer Lerndisziplin groß geschrieben. "Nach neun Monaten sind wir alle wie eine große Familie", so Musser. Die Eleven erwerben vielfältiges theoretisches und praktisches Wissen sowie rechtliche Grundlagen, etwa in den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Tierseuchen, Lebensmittel-Hygiene, Pflanzen- und Forstschutz. Sie lernen, mit Waffen sachgemäß umzugehen. "Wir brauchen Interessenten an Natur und Jagd, die bereit sind, als Jäger aktiv die vielfältigen, sinnvollen Tätigkeiten zum Wohle der Natur ehrenamtlich zu leisten", fassten die Forstleute zusammen. Der Jungjägerlehrgang ist erfahrungsgemäß die beste Voraussetzung zum Ablegen der staatlichen Jägerprüfung.
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