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Elmshorn. "Zuerst dachte ich, es sei ein Witz. Doch dann merkte ich, daß es ernst war." So schilderte Zeuge Siegfried B. gestern vor dem Elmshorner Schöffengericht einen versuchten Tankstellenraub. Als am 31. Oktober vergangenen Jahres gegen 18.30 Uhr ein mit Halstuch und Pudelmütze maskierter Mann mit einem verdeckten "waffenähnlichen Gegenstand" ihm zurief "Überfall! Geld her!" öffnete der Pächter einer Tankstelle in Bokholt-Hanredder aber nicht die Kasse, sondern flüchtete schreiend durch die Eingangstür ins Freie.
Da hatte es auch der verhinderte Räuber eilig, den Tatort zu verlassen, rannte zu seinem auf dem Tankstellengelände abgestellen Pkw und jagte mit quietschenden Reifen in Richtung Elmshorn davon. Entnervt und in Panik beachtete er nicht den strömenden Regen, geriet auf die Gegenfahrbahn, wo er einen entgegenkommenden Pkw-Fahrer in arge Bedrängnis brachte, verriß das Lenkrad und zerkleinerte mit dem von seinem Onkel geliehenen Opel ein Buswartehäuschen auf Kaltenweide. An der Haltestelle entstand ein Schaden von 4000 Euro, auch der Pkw hatte nur noch Schrottwert.
Da war es für die Polizei, die der Tankstellenpächter mit Angabe des Auto-Kennzeichens alarmiert hatte, ein Leichtes, den Täter zu fassen und bei einer Blutprobenentnahme einen Wert von 0,67 Promille festzustellen.
Gestern hatte das mißglückte Verbrechen ein gerichtliches Nachspiel, das für den Täter mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten endete.
Auf den ersten Blick eine milde Strafe, doch selbst Staatsanwalt Joachim Bestmann sprach in seinem Plädoyer von einer "laienhaften, undurchdachten Tat" und forderte ein Jahr und sieben Monate auf Bewährung und eine Verlängerung der Führerscheinsperre um weitere drei Monate. Wann genau Peter K. den Plan faßte, eine Tankstelle auszurauben, konnte der ansonsten geständige Angeklagte nicht benennen. Statt dessen schilderte er, wie am Tattag seine Lebensgefährtin wiederholt Geld gefordert und sogar gedroht hatte, ihn mit dem gemeinsamen Kind zu verlassen.
Der 26jährige Moorreger setzte sich in den Opel fuhr über Uetersen in Richtung Elmshorn und muß spätestens in Höhe Liether Wald den Entschluß zu einem Überfall gefaßt haben. Dort nämlich brach er von einem Baum ein ca. 40 Zentimeter langes Holzstück ab, das, im Jackenärmel versteckt, "wie eine Waffe aussehen sollte".
"Eine Schwachsinnstat", kommentierte Verteidiger Dr. Torben Schneider den Versuch seines Mandanten, mit einem Verbrechen aus der finanziellen Misere zu kommen. In seinem Plädoyer bat der Elmshorner Anwalt vergebens, die Sperre der Fahrerlaubnis nicht zu verlängern, um dem zur Zeit arbeitslosen Angeklagten nicht die Chance zu nehmen, in seinem erlernten Beruf wieder eine Anstellung zu finden.
"Das ist der letzte Schuß vor den Bug", gab Richterin Päschke-Jensen dem Angeklagten mit Blick auf dessen Vorstrafen mit auf den Weg. Die Bewährungszeit setzte das Gericht auf drei Jahre fest, verbunden mit 150 Stunden gemeinütziger Arbeit. Peter K. nahm das Urteil an, das somit rechtskräftig ist.
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