Was ist zu tun, wenn man von einer Biene oder Mücke gestochen wurde? Auf dieser Seite
möchten wir dazu praktische, leicht umsetzbare Tipps geben. Sie können diesen Artikel ganz
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interessiert.
Mücken stechen, um sich zu ernähren. Dabei stechen ausschließlich die
weiblichen Mücken, deren verlängertes Mundwerkzeug sich zum Stechen und Saugen eignet.
Sie stechen, um Blut zu saugen, von dem sie sich ernähren. Beim Stich injezieren sie
Speichelflüssigkeit in die Haut, was die Schwellung und Rötung verursacht. In unseren
Breitengraden ist dies nicht weiter gefährlich. In Asien und Afrika allerdings befinden
sich in der Speichelflüssigkeit Mikroorganismen, die Malaria, Gelbfieber und das
Denguefieber auslösen. Übrigens, richtiger ist es, wenn man sagt, daß Mücken beißen.
Bienen und Wespen hingegen stechen, um sich zu wehren. Der Stich
einer Wespe, die anders als die Biene ihren Stachel wieder aus der Haut herausziehen
können, bringt u.a. zwei Stoffe in unseren Körper - Histamin und einen die roten
Blutzellen auflösenden Faktor. Der Stachel der Biene bleibt zusammen mit einem Giftbeutel
in unserer Haut zurück.
Grundsätzlich gilt, daß durch einen Stich, Fremdkörper in unseren Organismus
gelangen. Wann immer dies geschieht (außer bei der Nahrungsaufnahme), löst dies einen
Abwehrmechanismus aus, dessen Aufgabe in der Identifikation des Eindringlings und dessen
Unschädlichmachung ist.
Ein in uns eingedrungener Fremdkörper wird als Antigen bezeichnet. Sobald so ein
Antigen entdeckt wurde, eilen Zellen herbei, um eine Identifikation vorzunehmen. Danach
erfolgt ein Abgleich der erlangten Informationen mit dem bereits vorhandenen
"biologischen Gedächtnis". Ist das Antigen bekannt, wird der dafür
gespeicherte Abwehrgang ausgelöst. Bei einem unbekannten Antigen nehmen Zellen
(Makrophagen) das Antigen in sich auf und "analysieren" den Eindringling.
Aufgrund der dabei gewonnenen Informationen entstehen Antikörper, die sich um die
Vernichtung der Antigene kümmern. Gleichzeitig werden die Informationen über das Antigen
im "biologischen Gedächtnis" abgespeichert, damit künftig sofort geeignet auf
ein solches Antigen reagiert werden kann.
Beim Mückenbiß oder Wespen- bzw. Bienenstich funktioniert dieses System nur
eingeschränkt, weil jedes Insekt seine Antigene in unseren Körper bringt, d.h.,
daß unser biologisches Gedächtnis darüber nur über prinzipielle, nicht aber über
exakte Informationen verfügt. Eine gespeicherte Reaktionsmöglichkeit ist damit nicht
abrufbar. Für jeden einzelnen Stich oder Biß muß also der Identifikationsvorgang
separat ausgelöst werden. Daher sind Impfungen gegen solche Antigene nicht möglich.
Lediglich gegen isolierte und eindeutig erkannte Antigene (z.B. Malaria) läßt sich
prohylaktisch etwas unternehmen.
Zusammenfassend kann man also sagen, daß Insektenstiche ein Antigenimport sind, der
die dafür vorgesehene Abwehrreaktion unserer Zellen auslöst.
Um eine schnelle Linderung der durch den Stich herbeigeführten Symptome zu bekommen,
müssen wir unsere körpereigene Abwehrreaktion unterstützen. Durch den Einsatz eines
Antiseptikums reduzieren wir die Zahl der Antigene, um die sich unser Körper kümmern
muß. Dies führt die streßproduzierende Abwehrreaktion unseres Körpers zurück auf ein
Maß, mit dem wir uns wohl fühlen. Ein solches Antiseptikum ist beispielsweise
Teebaumöl, das eigentlich in keinem Haushalt fehlen sollte. Speziell für Mückenstiche
hat sich aber auch Lavendelöl bewährt. Ich habe mir eine Mischung aus
Teebaum- und Lavendöl zu gleichen Anteilen bereitet, deren Anwendung sofort lindernd
wirkt. Einige Tropfen auf die Einstichstelle genügen, um diese zu desinfiizieren.
Unmittelbar danach zeigt uns der nachlassende Juckreiz bei Mückenstichen, daß das Öl
seine unterstützende Arbeit geleistet hat.
Bei einem Bienen- oder Wespenstich hilft die Homöopathie hervorragend. Getreu
dem homöopathischen Grundsatz "Ähnliches werde durch Ähnliches
geheilt" setzt man dazu APIS MELLIFICA ein, also Bienengift.
Wenn die Folgen des Stichs brennend, rötend, heiß und stark geschwollen sind, sollte man
APIS MELLIFICA in der Potenz D 12 einsetzen. 10 Kügelchen oder 15 Tropfen alle halbe
Stunde genommen, beseitigen die Symptome sofort. NICHT
GEEIGNET FÜR BIENENGIFT-ALLERGIKER!
Schmerzlindernd für alle Insektenstiche wirkt eine rohe
Zwiebelscheibe, die man auf die Einstichstelle legt. Eiswürfel und kaltes Wasser, dem man
einige Tropfen Zitronensaft beimengt, kühlen die Einstichstelle und reduzieren so die
Schwellung. Einige Tropfen Essig erfüllen diese Aufgabe genauso gut. Auf Sportplätzen
ist (leider?!) eigentlich immer irgendwo Eisspray vorhanden, daß gleichfalls die
Einstichstelle kühlt, zudem aber noch desinfiziert.
Wer über eine Lupe verfügt, kann den Stachel der Biene mit
einer Pinzette aus der Einstichstelle entfernen. Vorher und hinterher ist der
Einsatz eines Antiseptikums unerläßlich.
Alle vorgeschlagenen Maßnahmen beziehen sich auf normale
Abwehrreaktionen unseres Körpers. Wenn der Köper "überreagiert" und die
weiter unten genannten Symptome zeigt, ist so zu verfahren, wie es beim Thema "
Anaphylaktischer Schock" erklärt wird.
Führt ein Insektenstich zu einer allergischen Reaktion durch
eine zu hohe Histaminausschüttung, spricht man von einer Anaphylaxie, einem
lebensbedrohlichen Zustand. Hier ist die "klassische Erste Hilfe" gefordert.
Naurheilkundliche Maßnahmen haben hier grundsätzlich nichts verloren! Ein
anaphylaktischer Schock kann nicht fachkundig behandelt tödlich enden!
Ein anaphylaktischer Schock ist an folgenden Symptomen zu
erkennen:
- rapides Absinken des Blutdrucks (dabei kann der Puls 100 Schläge
und mehr pro Minute haben)
- Atemnot
- Ödeme (Schwellung, hier insbesondere des Kehlkopfes)/li>
- großflächige Hautrötung
- heftiger Juckreiz von Kopfhaut und Zunge
- Schweißausbruch
- Erbrechen
- unfreiwilliger Stuhlabgang
Was ist zu tun?
- Die Person ist flach zu lagern!
- Sofort den Notarzt verständigen!
- Laufend Atmung und Herztätigkeit bis zum Eintreffen des Notarztes
überprüfen und, sofern erforderlich, sofort Atemspende leisten und/oder mit der
Herzmassage beginnen.
- Die Person vor Unterkühlung bzw. Überwärmung schützen!
- Die Person durch Zuspruch beruhigen!